8. Reiseetappe: In der Trinkflasche durch Namibia

Wasserflasche ChamäleonNachdem ich hier in Ghana erfahren habe, wie engagierte Menschen in dieser trockenen Region mit recht einfachen Mitteln ihr Wasser schützen, bin ich sehr neugierig geworden, wie in anderen Ländern des afrikanischen Kontinents mit der so wertvollen Ressource umgegangen wird.

Stefan Rust, Reiseleiter bei Chamäleon, hat mich nach Namibia eingeladen und mir gleich einen Tipp gegeben, wie ich in die Hauptstadt Windhoek reisen kann. Der nette Gast des KASAPA Centre, der mich bei meiner Ankunft an seiner Badehose vom Strand in die kleine Ferienanlage transportierte, will mich ein Stück auf meiner Reise begleiten. Er packt mich samt seiner nassen Badehose in eine Tüte und schmuggelt mich ins Flugzeug. Auf geht’s Richtung Süden!

Am Hosea Kutako International Airport empfängt uns Stefan. „Welkom by Namibië!“ freudestrahlend streckt uns der sympathische Reiseleiter zwei Trinkflaschen, versehen mit unseren Namen „Thomas“ und „Drippy“, entgegen.

„Schön, dass Ihr gekommen seid, um unser Projekt Nature Bottle näher kennenzulernen. In über 30 von 40 Destinationen, die Chamäleon weltweit anbietet, verschenken wir seit letztem Jahr wiederbefüllbare Wasserflaschen an unsere Reisegäste.“ Unter dem Motto Ex ohne Hopp steht der Reiseveranstalter für die Vermeidung von Plastikmüll und für den Schutz der Gewässer im jeweiligen Zielgebiet.

Vom Flughafen aus fahren wir zur Farm Finkenstein, wo Stefan vor jeder Tour frisches Trinkwasser für seine Gäste besorgt. „Bei einer kleinen Reisegruppe von 8-12 Teilnehmern, befülle ich zwei bis vier Kanister mit je 25 Litern. So erhalten die Gäste bereits bei Ankunft am Flughafen eine personalisierte Trinkflasche mit frischem Wasser.“ Über einen Brunnen auf dem Farmgelände wird Grundwasser an die Oberfläche gepumpt, das bereits Trinkwasserqualität besitzt und von Einheimischen getrunken wird. Um ganz sicher zu gehen, dass jeder noch so empfindliche Magen nicht rebelliert, wird das frische Trinkwasser vor dem Abfüllen gefiltert.

„Hervorragend“, schwärmt Thomas, der es sich nicht nehmen lässt, seine Stahlflasche gleich selber aufzufüllen und zu probieren. Ich plansche derweil freudig mit den namibischen Grundwassertropfen in meiner Flasche.

Stahlflaschen zum Auffüllen„Wie seid ihr auf diese Idee gekommen?“ möchte ich von Stefan wissen. „Wir sind stetig auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten in Bezug auf die nachhaltige Gestaltung unserer Reisen. Dabei achten wir darauf, dass unsere Projekte möglichst in allen unseren Zielgebieten umsetzbar sind. Der Plastikverbrauch und die Verschmutzung der Gewässer weltweit ist so unglaublich hoch – da möchten wir in dem uns möglichen Rahmen entgegensteuern.“ Dies gelingt dem Reiseveranstalter gut, denn es können pro Tour durch Namibia ca. 300 bis 400 kleine Plastikflaschen eingespart werden. In Ländern oder Regionen, in denen die Trinkwasserbeschaffung nicht über Brunnen möglich ist, werden große Kanister Mineralwasser gekauft, die durch ein Pfandsystem in den Kreislauf zurückgelangen.

Eine rundum runde Sache und die personalisierten Trinkflaschen ein wunderbares Gastgeschenk.

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