Flugzeugflügel über rosa-blauem Himmel und Wolken.

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Personen in einem Büro arbeiten mit Sticky Notes an einer Wand.

Reisen und Weiterbildung verbinden: Kennst du dein Recht auf Bildungsurlaub?

Wusstest du, dass Beschäftigte in Deutschland Anspruch auf fünf bis zehn Tage bezahlten Sonderurlaub für Weiterbildung haben? Dieses Recht nennt sich Bildungsurlaub und wird noch viel zu selten genutzt. Dabei bietet es eine großartige Gelegenheit, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln – und gleichzeitig neue Orte zu entdecken. Denn viele anerkannte Seminare lassen sich mit einer Reise verbinden.

Was ist Bildungsurlaub?

Bildungsurlaub ist ein gesetzlich geregelter Sonderurlaub für anerkannte Weiterbildungen. In fast allen Bundesländern – mit Ausnahme von Bayern und Sachsen – haben Arbeitnehmer Anspruch auf fünf Tage pro Jahr. In vielen Bundesländern lässt sich der Anspruch aus zwei Jahren auch bündeln, dann kannst du sogar zehn Tage Bildungsurlaub nehmen. Während du ein Bildungsurlaubsseminar besuchst, bekommst du weiterhin dein volles Gehalt – nur die Kurskosten und gegebenenfalls Anreise und Unterkunft übernimmst du selbst.

Die Auswahl an Bildungsurlaubskursen ist dabei überraschend vielseitig: Neben fachlichen Weiterbildungen und Sprachkursen werden zum Beispiel auch Seminare rund um mentale oder körperliche Gesundheit, politische Bildung, Digitalisierung oder Klimaschutz offiziell als Bildungsurlaub anerkannt. Ein direkter fachlicher Bezug ist bei der Seminarwahl nicht erforderlich – wichtig ist nur, dass ein Seminar im eigenen Bundesland offiziell als Bildungsurlaub anerkannt ist.

Reisen & Lernen – eine perfekte Kombination

Da Bildungsurlaub weltweit stattfinden kann, lässt er sich wunderbar mit einer Reise verbinden. Gerade bei Fernreisen, mit langer Anreise lohnt es sich, Bildungsurlaub und Erholungsurlaub zu kombinieren.

Viele Bildungsurlauber entscheiden sich in ihrer Planung deshalb bewusst dafür, eine Urlaubswoche vor oder nach dem Seminar dranzuhängen – um nicht nur nach Seminarabschluss Land & Leute kennenzulernen, sondern um ganz in die Kultur, Sprache und Atmosphäre des Landes einzutauchen.

Klippenlandschaft der Cliffs of Moher mit grünem Gras und goldenem Abendlicht

Ob ein Sprachkurs in Irland, bei dem du nachmittags durch verwunschene Buchten wanderst, Yoga auf La Gomera inmitten vulkanischer Landschaften oder ein Achtsamkeitstraining in Südtirol, kombiniert mit Bergluft und regionaler Küche – die Auswahl an Kursen in attraktiven Reisezielen ist groß und wächst stetig.
Wichtig dabei: Wenn du eine längere Abwesenheit auf der Arbeit planst, solltest du den Zeitraum gut mit deinem Arbeitgeber und deinem Team abstimmen – um Terminkonflikte und eine übermäßige Arbeitsbelastung zu vermeiden.

Bildungsurlaub in Deutschland

Du musst aber nicht in den Flieger steigen, um im Bildungsurlaub neue Impulse zu gewinnen. Auch innerhalb Deutschlands gibt es zahlreiche inspirierende Angebote: Waldbaden im Schwarzwald, Kommunikationstraining in der Eifel oder Yoga an der Ostsee – immer mehr Kurse setzen bewusst auf Nachhaltigkeit, regionale Küche und kleine Gruppen. Wer es ganz lokal mag, kann sogar bei der Volkshochschule um die Ecke an einem Bildungsurlaub teilnehmen.

Bildungsurlaub und Nachhaltigkeit

Bildungsurlaub ist nicht nur nachhaltig planbar – er ermöglicht auch, sich inhaltlich mit Nachhaltigkeitsthemen auseinanderzusetzen. Viele Seminare greifen Fragen auf wie:
Wie funktioniert nachhaltiges Wirtschaften? Was bedeutet gesellschaftlicher Wandel? Welche Verantwortung tragen wir für Klima und Umwelt?

Konkret heißt das: eine Seminarwoche zum Klimawandel an der Küste, ein Kurs über moderne Stadtplanung oder eine intensive Auseinandersetzung mit den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs). So wird Bildungsurlaub zur Lernreise für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

Menschen ordnen und diskutieren gelbe Haftnotizen auf einem Tisch
Was Bildungsurlaub für dich tun kann

Bildungsurlaub wird oft als eine echte Bereicherung beschrieben. Die Möglichkeit, aus verschiedenen thematischen Seminarangeboten zu wählen, ermöglicht es, sich genau für die Inhalte zu entscheiden, die zur eigenen Lebenssituation oder beruflichen Entwicklung passen.
Es gibt fachbezogene Bildungsurlaube, zum Beispiel rund um Marketing oder Design Thinking. Aber auch viele Weiterbildungen, die in der erweiterten Umlaufbahn des Job-Kosmos wichtig sind. Wer sich zum Beispiel unsicher in internationalen Meetings fühlt, könnte einen Englischkurs besuchen.

Bei Rückenschmerzen kann ein Yoga-Seminar helfen. Oder bei Problemen mit dem Team könnte ein Kommunikationstraining sinnvoll sein.
Diese Freiheit in der Seminarwahl stärkt die Selbstwirksamkeit und befähigt dich aktiv, auf Herausforderungen in deinem (Arbeits-)Leben zu reagieren. Es gilt also “innehalten” statt “durchhalten” und bei der Wahl des Bildungsurlaubs sich an den eigenen Bedürfnissen und Zielen zu orientieren.

So beantragst du Bildungsurlaub

Viele Beschäftigte scheuen vor der Beantragung von Bildungsurlaub zurück, weil sie denken, es sei kompliziert. Doch Bildungsurlaub zu beantragen ist nicht schwer, beachte einfach diese drei Schritte:

Erstens:

Stelle sicher, dass du Anspruch auf Bildungsurlaub in deinem Bundesland hast. In den meisten Bundesländern musst du dafür nur über sechs Monate bereits Teil des Unternehmens sein. Allerdings nehmen viele Bundesländer kleinere Betriebe aus der Bildungsurlaubspflicht heraus – so es ist also wichtig, dich hier als erstes gut zu informieren.

Zweitens:

Stelle deinen Antrag rechtzeitig – je nach Bundesland liegt die Beantragungsfrist bei vier bis neun Wochen vor Seminarbeginn.

Drittens:

Reiche den Antrag zusammen mit der offiziellen Anerkennung des Seminars als Bildungsurlaub in deinem Bundesland (bekommst du vom Seminaranbieter selbst) bei deiner Personalabteilung ein.

Nahaufnahme einer Person in gelbem Pullover, die an einem Laptop arbeitet
Zusätzliche Tipps für die Beantragung

Auch wenn du als Arbeitnehmer nicht dazu verpflichtet bist, deine Seminarwahl zu begründen, empfiehlt es sich, transparent zu formulieren, was du dir von der Weiterbildung versprichst. Also: Welche neuen Kompetenzen willst du mit dem Bildungsurlaub erwerben? Wie werden diese den Berufsalltag beeinflussen?

Es lohnt sich bei der Beantragung beim Arbeitgeber auch immer darüber aufklären, dass
Bildungsurlaube offiziell vom jeweiligen Bundesland als Bildungsurlaub zertifiziert werden. Dafür findet eine Qualitätsüberprüfung der Weiterbildung durch die Ministerien statt. Geprüft werden beispielsweise: Stundenplan, Lernziel und Didaktik. Es handelt sich bei Bildungsurlaub nicht um Urlaub, sondern um zertifizierte Seminare, die – dankbarerweise – Lernen und Spaß am Lernen verbinden. Weiterbildung und eine gute Zeit dabei haben, schließt sich nicht aus – im Gegenteil.

Kann mein Antrag auf Bildungsurlaub abgelehnt werden?

Dein Antrag auf Bildungsurlaub kann dann – wenn die Beantragungsfrist von dir eingehalten wurde und das Seminar im Bundesland, in dem du arbeitest, als Bildungsurlaub offiziell anerkannt ist – nur aus wenigen Gründen abgelehnt werden. Zum Beispiel, wenn dem Zeitpunkt des Seminars eine wichtige Projektfrist, personelle Engpässe, Urlaubsanträge von Kollegen oder betriebliche Notwendigkeiten entgegenstehen, die deine Anwesenheit erfordern.

Fazit: Nutze dein Recht – nicht irgendwann, sondern jetzt

Bildungsurlaub ist ein wirkungsvolles Tool für deine berufliche und persönliche Entwicklung. Aktuell nutzen allerdings nur 3,5 Prozent der 27 Millionen anspruchsberechtigten Arbeitnehmer in Deutschland ihren Anspruch auf Bildungsurlaub und verpassen diese Chance – viele, weil sie gar nicht wissen, dass sie ein Recht auf Weiterbildung haben.
Schön, dass du dein Recht jetzt kennst. Ob in Spanien, Südamerika oder im Schwarzwald – der nächste Bildungsurlaub ist nur einen Antrag entfernt und kann dein Leben nachhaltig verändern.

Bilder:

© Unsplash

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