Es sind Wanderer zu sehen, die sich durch grün bewachsene Wanderwege schlagen.

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Vor dem Café de La Lune sitzen kleine Gruppen, die sich unterhalten und ihr Essen wählen.

Le Café de la Lune. Das Café am Rande der mediteranen Cevennen

Etwa 90 Kilometer nordwestlich von Avignon liegt das Cevennendorf Saint-Pierre. Vor 150 Jahren hatte es 700 Einwohner, eine katholische Mädchenschule und eine Schule für Jungen. 1954 bekam der Ort Elektrizität und die Straße ins Dorf wurde für Pkw befestigt. Zu dieser Zeit war die Blütezeit der Cevennen mit Maulbeerzucht und Seidenraupen bereits vorbei. Die Leute gingen die Städte und die Landwirtschaft verlor ihre Bedeutung.

Ein großer Teil der Terrassen, auf denen Wein, Oliven, Aprikosen, Süßkirschen und Kastanien angebaut wurde, lag brach und die Natur überwucherte viele Plantagen.

Zwei Wirtinnen in Kleidern vor einem Haus mit Hund. Das Bild sieht älter aus.
Die französischen Schauspieler Pierre Mondy und Jean-Pierre Marielle schauen lachent in die Kamera. Das Bild ist schwarz-weiß.

Im Dorf und dem Café de La Lune vollzogen sich die Veränderungen langsam. Die beiden Wirtinnen bewohnten die oberen Etagen des Cafés. In ihrem Wohnzimmer wurde das Essen serviert und im Erdgeschoss tranken die Dorfbewohner den von Monsieur Pansier im Nachbarkeller gekelterten Syrahwein.

Die Alten blieben im Dorf, die Jungen zogen weg und viele der Gehöfte wurden nicht mehr genutzt. Dann kamen in den achtziger Jahren einige junge Menschen aus den Städten in die Gegend um „auszusteigen“, die leerstehenden Gebäude zu besetzen oder Ziegen zu züchten. Der Pariser Grundschullehrer Francis Mendoz, der schon in den 60er mit seinen Eltern im Dorf Urlaub machte, kaufte das Café und führte es als Verein, der sich die Erhaltung des Dorflebens zum Ziel gesetzt hatte, weiter.

Eine Glocke in einem Glockengiebel. rechts davon das Obergeschoss eines Hauses. Im Hintrgrund ein blauer Himmel.

Meine Freunde und ich kamen in den 90er Jahren das erste Mal ins Dorf, wurden Mitglieder des Vereins und unterstützen diesen tatkräftig als Mitarbeiter und Kunden. Später gründeten wir im bergischen Land in Deutschland den „Kulturlandverein“, der sich die Erhaltung und Pflege alter Kulturlandschaften zum Ziel gesetzt hat. Auch mit Schülergruppen arbeiteten wir im Restaurant erneuerten Mauern und begannen Ferienwochen und Seminare anzubieten.

Die Reiseagentur Cevennenwandern wurde dann vor etwa 15 gegründet. Seitdem veranstalten wir in Saint Pierre Wanderwochen von April bis Oktober. Das Café, der Verein und seine Köche sowie die lokalen Produzenten werden so unterstützt.

Die verblieben 70 Einwohner könnten das Café nicht alleine offen halten und die Sommersaison wäre zu kurz um hier dauerhaft ein Restaurant zu betreiben. Durch die Wandergruppen wird die Saison aber auf fast drei Viertel des Jahres ausgedehnt.

Inzwischen entdecken aber auch immer mehr Individualtouristen das Dorf und sein Café. Eine beliebte Fahrradstrecke der Cevennen führt durch den Ort, der sich als Rastplatz anbietet und auch mehrere lokale Wanderwege führen z.B. vom mittelalterlichen Ardechestädtchen Les Vans hoch ins Dorf.

Zwei Wanderer auf einem Bergweg, tiefergelegen ist ein kleiner Fluss.
Eine Frau sitz auf den Stufen des geöffneten Cafe de la Lune. Die Mauer des Hauses besteht aus alten großen Steinblöcken. An der tür sind Schilder.

Für unsere einwöchigen Standortwanderungen bieten Les Vans und das Dorf ideale Voraussetzungen. Die Täler der Ardeche und die Hochebnen der Cevennen sind „fußläufig“ zu erreichen. Zudem hat es Gemeinde geschafft, viele der alten Eselspfade und Wirtschaftswege wieder freizulegen. Abwechslungsreiche Landschaftsformationen mit Kastanienwäldern, Schiefer- und Bruchsteingehöften lassen sich erwandern und an den Gumpen der Badebäche sind zahlreiche Pausenplätze vorhanden.

Der Name „de la Lune“ kommt vom runden Fenster, das sich über der Eingangstür befindet. Durch das Fenster scheint oft am am Abend der Mond, berichten die Stammgäste übereinstimmend.

Reservieren kann man bei Roland vom Verein „Cafe au gres des Siroliers“ , Telef. +33 746120774

Zwei Filmbeiträge des Bremer Filmemachers George Köster finden sich hier:

🔗 Film 1

🔗 Film 2

 © Cevennenwandern

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